„Die Liebe ist eine Leidenschaft, die sich nichts anderem beugt, der sich hingegen alles andere unterwirft.“

Madeleine de Scudéry

Ich möchte euch heute etwas über Leidenschaft erzählen, so meine ganz eigenen Gedanken, meine Vorstellungen darüber und vor Allem darüber, was für mich persönlich Leidenschaft bedeutet.

Die fehlende Leidenschaft ist ein sehr häufiger Grund, daß Beziehungen in die Brüche gehen. Wir sind uns oftmals nicht im Klaren darüber, dass im Laufe von Jahren der Beziehung sich die Leidenschaft schleichend verflüchtigen kann. Aus Unzufriedenheit darüber werfen wir unsere Beziehungen dann weg, als wären sie nichts wert und dies oftmals trotz großer Liebe zueinander. Der Bequemlichkeit des Menschen ist es zu verdanken, dass wir lieber unsere Beziehungen trotz Liebe aufgeben, anstatt darum zu kämpfen, die fehlende Leidenschaft wieder zu entfachen oder eine ganz neue Leidenschaft zu erschaffen.

Soll ich euch mal sagen, was ich persönlich darüber denke? Wir beschränken meist den Begriff „Leidenschaft“ in unserer Vorstellung aufs Bett, auf den Sex. Doch wir tun dem eigentlich schönen Wort damit nichts Gutes. Die Leidenschaft hat sehr viel mehr zu bieten und wir suchen sie meist an den falschen Stellen in unserem Leben. Sie beginnt ganz tief in uns, sie sollte nicht nur dann entstehen, wenn sie jemand in Einem entfacht, sondern dann, wenn die Begeisterung überfordert wird, wenn Kampf ein zu schwaches Wort wird, ja dann, wenn Wille und Glaube sich vereinen und zu einer Macht werden.

Leidenschaft heißt für mich persönlich, an etwas zu glauben, für etwas zu stehen und es bedingungslos zu leben, kompromisslos und einzigartig, sich keine Grenzen zu setzen und keine Grenzen zu kennen, egal durch welch dunklen Zeiten man gehen oder welche schwere Zeiten man dabei erleben muss. Die Leidenschaft fängt viel früher als im Bett an. Entdeckt eure Leidenschaften in euch selbst, dann lebt sie aus und sie wird in euren Augen zu sehen sein und wird sich auf euer gesamtes Sein ausbreiten.

Meine einzigartige, außergewöhnliche, hoffnungslos und hoffnungsvolle, schmerzhafte und doch erfüllende, fabel- und zauberhafte, zerbrechlich und doch so starke, ja meine EIGENE Leidenschaft ist die Liebe. Die Liebe zu einem Mädchen, die mir einst eine Box voller Dunkelheit gab. Erst nach Jahren verstand ich, dass es auch ein Geschenk war. Die Box, von der ich dachte, es sei nur Dunkelheit in ihr, zeigte sich mir als eine Box, in der sehr viel mehr enthalten war als nur Dunkelheit. Die Dunkelheit und mein ganz eigenes Tal der Tränen musste ich bewältigen und überqueren, um zu dem Menschen zu werden, der ich heute bin. Ich entdeckte das Schreiben, das zur Leidenschaft wurde, die immer in mir war, die ich aber sorgfältig in irgendeinem hinteren Regal verstaubt in meiner Seele verpackt hatte. Die schwierigen Zeiten halfen mir, sie zu entdecken und sie zu einer meiner grossen Leidenschaften werden zu lassen. Reisen wurde mir wichtiger, Abenteuer wurde zur Grundlage meiner Gedanken und liessen meine traurigen Augen wieder leuchten.

Trotz der schlimmsten Zeit meines Lebens bin ich irgendwo ganz tief in mir froh, sie gelebt zu haben, sie überstanden und sie trotz tiefster Depressionen und Selbstzweifel gemeistert zu haben. Das Alles ohne das Mädchen, ohne den Mensch, den ich zutiefst geliebt hatte und ja, immer noch liebe. Ich bin dadurch gewachsen, auch reifer geworden und irgendwie habe ich das Gefühl, das mich nichts, absolut nichts mehr aus der Bahn werfen kann, ein geiles Gefühl. Irgendwann gebe ich die Box zurück, voller Dankbarkeit und ja, auch voller Liebe.

Es wäre nicht meine allergrößte, einzigartige, außergewöhnliche, hoffnungslos und hoffnungsvolle, schmerzhafte und doch erfüllende, fabel- und zauberhafte, zerbrechlich und doch so starke Leidenschaft, wenn ich sie irgendwann aufgeben würde. Deshalb lebe ich sie, Tag für Tag, lasse jeden Tag Wille und Glaube sich in mir vereinen, kompromisslos und einzigartig. Meine Leidenschaft geht manchmal Hand in Hand mit dem Wahnsinn, aber es wird jeden Tag interessanter, sie zu leben und zu entdecken, was sie Neues für mich bereit hält.

Sucht die Leidenschaft nicht, sondern fangt an, euch selber zu entdecken, SIE wird euch dann finden. Nehmt der Leidenschaft nicht den Freiraum, sich zu entfalten, nur weil ihr sie auf Sex beschränkt. Ja, Leidenschaft im Bett ist wichtig, aber sucht nicht danach. Liebt euch selbst und liebt das Neue in euch, liebt das Abenteuer in euch selbst, liebt das Wilde in euch.

…und auch die Leidenschaft wird euch wiederfinden.

Aber trotz aller Leidenschaften vergesst Eins NIEMALS:

„Nehmt die Liebe weg, und es bleiben keine Leidenschaften; setzt sie hinzu, und diese werden alle wieder geboren.“ – Jacques Bénigne Bossuet, Von der Erkenntnis Gottes und seiner selbst

Mehr dazu und viel mehr von meiner eigenen Story findet ihr in meinem Buch „Wild Things – das Wilde in mir“, an dem ich gerade arbeite und das bald erscheinen wird.

…Andersmond

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