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Meine Reise durch Myanmar beginnt in Yangon, der Hauptstadt von Myanmar. Es ist meine erste Reise durch Myanmar und ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung, was mich dort erwartet. Die Einreise über Bangkok verläuft problemlos, bis auf die Tatsache, dass ich gegen meinen Willen, zum Einreisen auch das Ausreiseflugticket vorlegen muss. Wie kann ich wissen, wie lange ich in Myanmar bleiben möchte? Ich mag das Planlose auf Reisen, die kurzfristigen Entscheidungen vor Ort. Doch diese Rechnung hatte ich nicht mit den Einreisebedingungen von Myanmar gemacht.

Das nötige Visum hatte ich bereits im Vorfeld beantragt, denn es ist im Moment unmöglich, das Visum beim Einreisen per Flugzeug zu beantragen. Möglich ist dies nur per Einreise über Land, jedoch gilt dieses Visum nur wenige Tage und ist eigentlich nur für Geschäftsreisende gedacht. Zudem können diese Grenzen ohne Vorwarnung geschlossen werden. Somit ist das Einreisen über Land im Moment schwierig und nicht zu empfehlen.

Die Einreisemodalitäten am Flughafen in Yangon sind übersichtlich und relativ einfach, zudem helfen freundliche Angestellte, die richtige Reihe und die richtigen Schalter zu finden, also sehr easy das Ganze. Als weniger easy stellt sich dann das Verlassen des Flughafens vor, ein Vorbeikommen an den sich um Touristen fast prügelnden Taxifahrer ist fast unmöglich. Die Taxifahrt ins Zentrum der Stadt kann um die Rushhour auch gut und gerne anderthalb Stunden dauern und kostet zwischen 8 und 15 Dollar. Witzig die Preisspanne, mir wurde von anderen Reisenden sogar eine Summe von 20 Dollar genannt, somit ist ein Vergleichen und etwas Feilschen von Nöten.

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Willkommener hätte ich mich dann beim Verlassen des Taxis nicht fühlen können. Ein sehr freundlicher Burmese Mitte 40 begrüßte mich gleich beim Verlassen des Taxis und wollte mir sofort nach insgesamt 16 Stunden Flug seine Strasse zeigen. Ich war eigentlich hundemüde, wollte mir nur eine Unterkunft suchen und war echt geil auf eine Dusche. Dies teilte ich ihm auch sofort mit, er zeigte mir auch gleich eine super Guesthouse (Chan Myaye Guesthouse in der Maha Bandoola Garden Street) in seiner Strasse. Er betonte immer wieder, dass dies seine Strasse war, er war dort aufgewachsen, lebte dort und liebte diese Strasse. Er zeigte mir auch gleich das Nötigste wie beispielsweise einen kleinen Shop oder eine Wechselstube. Entgegen meinem bisherigem Glauben kann man in Myanmar NICHT mit Dollar bezahlen, sondern muss Dollars in Kyat wechseln (Kurs 1 Euro – ca 1200 Kyat).

Nach dem bitter nötigen Frischmachen ließ ich mich auf eine kleine Runde mit dem netten Herren ein. Meine anfängliche Skepsis ihm gegenüber verflüchtigte sich nach einigen Gesprächen. Er wollte entgegen meinen Erwartungen kein Geld für seine freundlichen „Dienste“ und wollte mir wirklich einfach nur SEINE Strasse zeigen.

Ich verwöhnte meinen Magen mit scharfem Fisch und leckeren Soßen in einer der unzähligen kleinen Küchen am Straßenrand, die mit einer Vielzahl an bunten Plastikstühlchen verziert sind, während er mir Wertvolles über Yangon und Myanmar erzählte.

Beispielsweise erzählte er mir die Bedeutung der Geste, wenn Burmesen Fremden etwas reichen, Essen oder Geld beispielsweise. Sie reichen das Essen mit der rechten Hand und greifen mit der linken Hand on die Oberseite des Unterarm. Dies ist ein Zeichen von Respekt, sie schließen somit den Energiefluss ab und gelangen nicht in die Aura des Fremden. Hatte ich so noch nicht gesehen und beeindruckte mich sofort. Dieser Geste des Respekts werdet ihr in Myanmar überall begegnen.

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Die Menschen in Yangon beeindruckten mich sehr, die Freundlichkeit, die Neugier und die überraschende Offenheit. Trotz anfänglicher Scheu begegneten mir die Menschen mit Offenheit und Hilfsbereitschaft. Die Stadt selbst beeindruckte mich weniger, Autos regieren die Strassen, Fussgänger sind offensichtlich Nebensache und müssen teils unter Lebensgefahr die Strassen überqueren. Die Burmesen mögen das zwar gewohnt sein, für Touristen oder ältere Menschen schien mir die Regelung der Straßenordnung aber lebensgefährlich. Andere Länder, andere Sitten.

Ich hielt mich 3 Tage in Yangon auf, verzichtete dabei bewusst auf Taxis und erkundete die Stadt in großer Hitze meist zu Fuß und mit Stadtplan bewaffnet. Es gibt nicht allzu viel zu tun oder zu besichtigen in Yangon. Die schönste Sehenswürdigkeit ist wohl die Shewedagon Pagode, die laut Legende mehr als 2500 Jahre alt sein soll. Sie schmückt die Stadt golden und majestätisch und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich verbrachte einen halben Tag lang dort, teils vor mich hin träumend, teils meditierend. Die Pagode wird nicht nur von Touristen besucht, man begegnet vielen betenden Familien aus Myanmar. Auf jeden Fall eine Erfahrung wert.

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Ansonsten bietet die Stadt meiner Meinung nach nicht viel, die alten Kolonialbauten rund um das Hafenviertel sind sehenswert, aber man hat nach ein paar Tagen auch genug davon. Bars sind fast gar nicht vorhanden, Nachtleben findet nur vereinzelt in China Town statt. Liebe Nachtschwärmer, meidet also Yangon!

Die Stadt wird meist nur als Zwischenstation oder Einreiseort verwendet.

Mein Fazit: Was die Stadt für mich nicht kann, nämlich beeindrucken, das machen die Menschen und das Essen wett. Für wenige Tage Aufenthalt kann man die Stadt ruhig besuchen. Myanmar hat aber sehr viel mehr zu bieten, wie ich mich überzeugen konnte. Coming soon… 😉

….Andersmond